„Wenn wir kurz vor 14 Uhr, also kurz bevor unser Trödelmarkt beginnt, rausschauen, dann stehen oftmals schon zwischen 200 bis 250 Menschen Schlange vor unserem Eingang“, verrät uns Monika Löttgen, die gemeinsam mit Nicole Hahn den Kindertrödelmarkt der Evangelischen Kirchengemeinde in Hochdahl seit mittlerweile zehn Jahren organisiert.
Ins Leben gerufen wurde er vor 30 Jahren vom Ehepaar Treiber und Birgit Horlitz. „Der Andrang ist immer groß, unsere Auswahl vielfältig und das wissen auch die rund 500 Besucher stets zu schätzen“, sagt Monika Löttgen. Das Besondere an dem Kindertrödelmarkt: Die Trödler bringen kurz vor dem eigentlichen Trödelmarkt - in der Regel ist das der Freitagnachmittag und der darauf folgende Samstagvormittag ihre Waren ins Paul-Schneider-Haus. Zuvor haben sie die sogenannten „Trödelkarten“ (0,30 Cent pro Stück) erworben und damit ihre Trödelstücke beklebt. „Auf den Karten steht unter anderem der festgelegte Preis“, erklärt Nicole Hahn. „Wir nehmen dann das Trödelgut in Empfang, sortieren und platzieren es im gesamten Paul-Schneider-Haus. Wenn der Trödelmarkt beginnt, können die Besucher sich, praktisch wie in einem Warenhaus, ihre Stücke aussuchen, in einen Korb oder Tasche packen und dann an einer unserer vier Kassen bar bezahlen.“
Der Unterschied zu traditionellen Trödelmärkten ist also, dass die Trödler nicht mehr selbst hinter den Tischen stehen müssen, um ihre Waren an den Mann beziehungsweise die Frau zu bringen. „Am Ende des Tages rechnen wir einfach an Hand der Trödelkarten für jeden einzelnen Verkäufer zusammen und zahlen ihm seinen Erlös aus“, so Nicole Hahn. 15 Prozent behält die Kirchengemeinde ein. „Dieses Geld ist für unsere Stiftung die mit diesem Geld beispielsweise Projekte des Evangelischen Familienzentrums und der Evangelischen Kindergärten sowie die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in Hochdahl unterstützt“, sagt Monika Löttgen.
Waren, die am Ende des Marktes nicht verkauf wurden, werden vom Trödelteam wieder in Kartons einsortiert, die dann wiederum von ihren Eigentümern abgeholt werden. „Meist versucht man es dann beim nächsten Trödelmarkt erneut, die Waren doch noch zu verkaufen“, so Monika Löttgen.
Der Kindertrödelmarkt ist familiär gehalten und jeder der Lust hat, hilft mit. Selbst die Kleinsten. „Wir haben einen festen Stamm von rund 100 Ehrenamtlern, die mithelfen. Auch Kinder und Jugendliche aus der Gemeinde packen mit an und sammeln beispielsweise die Trödelkarten ein oder helfen an der Kasse“, erklärt Nicole Hahn. Bevor das große Trödeltreiben beginnt, setzen sich alle Helfer noch mal gemeinsam an einen großen Tisch und stärken sich mit einem leckeren Essen, bevor es dann losgeht. „Wir verkaufen so im Schnitt zwischen 3000 und 4000 Karten und da kann man sich vorstellen, wie viele Waren wir im gesamten Paul-Schneider-Haus verteilen und aufstellen und am Ende unter Umständen auch wieder einräumen müssen“, sagt Monika Löttgen.
Die Ehrenamtler sind alle mit viel Herzblut dabei und freuen sich mit den Besuchern, wenn der ein oder andere ein ganz besonderes Schnäppchen gemacht hat. Verkauft werden Kinderkleidung, Kinderspielzeug, Kinderwagen, Autokindersitze, Kinderbetten, Kindermöbel, Kinderfahrräder, Kinderbücher, CD’s, DVD’s, Computerspiele und vieles mehr für Kinder zwischen null und zwölf Jahren. In einer Cafeteria können sich die Besucher zwischendurch stärken. „Viele Trödelwaren werden sogar von Trödelmarkt zu Trödelmarkt weiterverkauft - also nachhaltiger geht’s eigentlich kaum noch“, sagt Monika Löttgen.
Der Kindertrödelmarkt im Paul-Schneider-Haus findet zwei Mal im Jahr (Frühjahr und Herbst) statt. Der nächste Termin ist am 15. November von 14 bis 17 Uhr. Abgabezeiten für die Verkäufer sind am Freitag, 14. November, von 14 bis 19 Uhr und am Samstag, 15. November, von 9 bis 10.30 Uhr, im Paul-Schneider-Haus. Mehr Informationen zum Kindertrödelmarkt gibt es telefonisch unter 0157/32493876 oder auf der Webseite der Gemeinde auf www.evangelischekirchehochdahl.de.